Erstellt am: 22.01.2018, Autor: ps

EuroAirport präsentiert solides Wachstum

Euroairport

Euroairport (Foto: Euroairport)

7,9 Millionen Passagiere reisten 2017 über den EuroAirport. Die Passagierzahl wuchs im Vergleich zum Vorjahr um knapp 8 Prozent.

Der EuroAirport konnte fünf neue Destinationen im Linienverkehr aufnehmen, erstmals die spanische Airline Iberia begrüßen und auf nachfragestarken Zielen im Geschäftsreiseverkehr höhere Frequenzen ermöglichen. Vor dem Hintergrund einer guten globalen Wirtschaftslage erzielte der EuroAirport im Frachtgeschäft zudem eine Steigerung um knapp 11 Prozent auf rund 112 000 Tonnen. Die geflogene Luftfracht (Vollfracht und Expressfracht) stieg gesamthaft gar um 17 Prozent auf rund 64 000 Tonnen. Die positive Entwicklung in beiden Bereichen widerspiegelte die starke regionale Nachfrage nach Reise- und Frachtverbindungen am Flughafen Basel-Mulhouse.

Die Anzahl gewerblicher Flugbewegungen (Starts und Landungen von Linien- und Charterflügen) wuchs mit knapp 3 Prozent deutlich langsamer als die Passagier- und Frachttonnagezahlen. Der Einsatz größerer Flugzeuge und eine wiederum gesteigerte Auslastung der Flüge trugen zu dieser Abfederung bei. Die Gesamtzahl kommerzieller und nicht-kommerzieller Flugbewegungen blieb auf dem gleichen Stand wie im Vorjahr (+ 0,1 Prozent).

Mit rund 6 400 Arbeitsplätzen zählte der EuroAirport 2017 nach wie vor zu den wichtigsten Arbeitgebern im Dreiländereck. Mit diesen direkten und gut 18 000 weiteren indirekt generierten Arbeitsplätzen in der Region erzeugte der EuroAirport eine Wertschöpfung von rund 1,6 Milliarden Euro.

Fokussierung auf Balance in der Verkehrs- und Lärmentwicklung

Die langjährige positive und wirtschaftliche wertvolle Entwicklung des EuroAirport hat auch Auswirkungen auf die Anrainer. Während die Gesamt-Lärmbelastung in den Anrainer-Gemeinden in der jüngeren Vergangenheit in etwa stabil geblieben ist, hat das nächtliche Lärmaufkommen zwischen 23 und 24 Uhr im Süden und Südwesten des Flughafens aufgrund der Verkehrszunahme in den letzten drei Jahren zugenommen.

Direktion und Verwaltungsrat des EuroAirport bekannten sich daher klar zu ihrer Bereitschaft, Ziele zu vereinbaren und Lösungsvorschläge zu finden, um die nächtliche Lärmbelastung insbesondere zwischen 23 und 24 Uhr zu mindern. Dabei legt der EuroAirport den Fokus auf situationsgerechte Lösungswege, welche die angestrebte Wirkung entfalten, ohne eine Flughafenentwicklung zu verunmöglichen.

Direktion und Verwaltungsrat haben sich im vergangenen Jahr intensiv mit dieser Frage beschäftigt und das Gespräch mit Airlines, Frachtunternehmen, Behörden und anderen Anspruchsgruppen gesucht. Zurzeit werden verschiedene Lösungsansätze vertieft und weiterentwickelt. Das etablierte Betriebsmodell des EuroAirport ist hierbei von grosser Bedeutung: Die Randstunden sind sowohl für die am Flughafen stationierten Maschinen der Low-Cost-Carrier wie auch die Drehkreuz-Zubringer der großen europäischen Netzwerkairlines und die niedergelassenen Expressfracht-Anbieter von größter Wichtigkeit. Diese Maschinen müssen spät abends zu ihrer Basis am EuroAirport zurück, damit sie früh morgens ihren Betrieb wieder aufnehmen können. Die hohe Komplexität der Entscheidungsfindung erklärt, dass der angestoßene Prozess weiterhin andauert. Nach Abschluss dieses Prozesses wird der EuroAirport die Resultate kommunizieren.

Investitionen in die Verbesserung der Servicequalität

2017 investierte der EuroAirport insgesamt knapp 24 Millionen Euro zur kontinuierlichen Verbesserung seiner Infrastruktur und Dienstleistungen. Nach etwas über einem Jahr Bauzeit wurde im März 2017 das neue Parkhaus F4 auf der französischen Seite des Flughafens eröffnet. Hiermit bietet nun der EuroAirport den Fluggästen und Besuchern auf sechs Etagen 2 700 überdachte Parkmöglichkeiten in kurzer Gehdistanz zum Terminal an. Weitere Investitionen flossen in den Unterhalt des Rollfelds Delta, in die Sanierung des Expressfrachtterminals und in die Fertigstellung des renovierten Vorplatzes vor dem Flughafengebäude.

Unterzeichnung des binationalen Staatsvertrags

Im Verlauf des Jahrs durchlief der binationale Staatsvertrag zwischen Frankreich und der Schweiz zur Klärung der Steuerfrage am Standort EuroAirport verschiedene entscheidende Etappen. Der Vertrag trat auf den 28. Dezember 2017 in Kraft.

Weitere wichtige Meilensteine

Mit der erstmaligen Verleihung von zwei binationalen Zertifikaten im September anerkannten die Schweizer Stiftung «Natur & Wirtschaft» und die elsässische Vereinigung «Biodiversité pour tous» die grosse Vielfalt von Tier- und Pflanzenarten auf dem Gelände des Flughafens und seinen Einsatz zum Schutz der Biodiversität.

Im November 2017 erhielt der EuroAirport die IATA-CEIV-Pharma-Zertifizierung, die er im Juni 2016 initiiert hatte. Dieser globale Standard weist aus, dass die vor Ort geschulten und geprüften Fachleute das erforderliche Know-how haben, um den sicheren Transport temperatur-sensibler pharmazeutischer Produkte zu gewährleisten.

Auch beim Projekt zur Bahnanbindung des EuroAirport konnten Fortschritte erzielt werden. Mit der Unterzeichnung einer gemeinsamen Absichtserklärung der Région Grand Est und der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft sowie Solothurn im Dezember passierte das Vorhaben einen wichtigen Meilenstein. Gemäss dieser werden durchgängig von ca. 5 bis 23 Uhr alle zehn Minuten Züge zwischen dem EuroAirport und Basel und alle 15 Minuten zwischen dem EuroAirport und Mulhouse ab Inbetriebnahme des Bahnanschlusses verkehren.

Ausblick auf 2018

Die Prognosen des EuroAirport für das nächste Jahr gehen von einer moderaten Entwicklung aus und sehen diverse Massnahmen vor, um den Flughafen für die Zukunft fit zu machen. Darunter fallen unter anderem kurz- und mittelfristige Anpassungen der Kapazitäten zur Aufrechterhaltung und Steigerung der Servicequalität.

Moderate Entwicklung im Passagierverkehr

Der EuroAirport erwartet aufgrund der angekündigten Flugpläne der Airlines einen moderaten Zuwachs im Passagieraufkommen von rund 3 Prozent auf 8,1 Millionen. EasyJet baut seine Basis am EuroAirport weiter aus und stationiert auf Mitte Jahr zwei neue Maschinen am Flughafen. Fünf neue Destinationen werden ins Streckennetz aufgenommen: Lamezia Terme und Pula mit easyJet, Athen mit easyJet und der neu am EuroAirport operierenden Aegean Airlines, Sibiu und Wroclaw mit Wizz Air. Es gibt ein zusätzliches Angebot nach Belgrad, Menorca und Wien mit easyJet und nach Budapest mit Wizz Air. Eine zusätzliche Verdichtung des Angebots erfolgt auf den Strecken Madrid mit Iberia, München mit Lufthansa und London Heathrow mit British Airways. Im Charterbereich werden die Destinationen Agadir, Bodrum, Djerba und Malta wieder aufgenommen und die Angebote nach Antalya, Heraklion, Hurghada, Lanzarote und Olbia ausgebaut.

Zunahme im Frachtverkehr

Im Frachtverkehr erwartet der EuroAirport ein Plus von rund 5 Prozent auf 117 000 Tonnen.

Umwelt

Ein zentraler Schwerpunkt des Jahres 2018 ist die Fortsetzung des Dialogs mit den Anspruchsgruppen rund um den Flughafen und die Festlegung einer möglichst ausgeglichenen Lösung zur Minderung der Lärmbelästigung in den sensiblen Nachtstunden, insbesondere zwischen 23.00 Uhr und Mitternacht.

Mittelfristig strebt der EuroAirport die Zertifizierung im Rahmen der «Airport Carbon Accreditation (ACA)» an. Dabei handelt es sich um ein System zur Erfassung der Treibhausgas-Emissionen von Flughäfen.

Investitionen

2018 sieht der EuroAirport Investitionen von 38 Millionen Euro vor. Darunter fallen die Renovierung der Vorfeldflächen Nord und Süd, diverse Sanierungsarbeiten an Zufahrtswegen und Parkplätzen, die Neugestaltung der Kerosintankanlage, die Renovierung der Ankunftsebene, die Erneuerung des Brandschutzsystems und die Renovierung der Sanitäranlagen sowie eine neue Beschilderung im Passagierterminal. Im Hinblick auf die langfristige Leistungsfähigkeit und Qualität der Plattform prüft der Flughafen Optionen, wie die Infrastruktur gemäss der Verkehrs- und Nachfrageentwicklung anzupassen ist.

Das Vorhaben zur Bahnanbindung des EuroAirport wird 2018 zunehmend konkreter. Nachdem die Grundsätze in der ersten Phase des Mitwirkungsverfahrens im Jahr 2013 thematisiert wurden, steht 2018 die zweite Mitwirkungsphase an. Alle französischen, schweizerischen und deutschen Anspruchsgruppen erhalten hierbei die Gelegenheit, sich über die laufenden Planungen zu informieren und ihre Stellungnahme abzugeben.

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